Tipps für Sanierung und Reparatur

Wird der Substanzverlust von Holz ausgeglichen, sollte das eingesetzte Material in seinen Eigenschaften dem Holz möglichst nahe kommen. Vor allem sollte es auch die elastischen Eigenschaften von Holz aufweisen. Auch ist zu klären, ob das Material den Anforderungen an Wasser- und Wärmefestigkeit für den jeweiligen Einsatz entspricht, ob es in der gewünschten Ausgleichsstärke eingebracht werden kann oder sogar in kleinere Fugen und Risse eingespachtelt oder gespritzt werden kann.

Ebenso wichtig sind die Möglichkeiten des Einfärbens und der Nachbearbeitung (z. B. Schleiffähigkeit, Überstreichbarkeit). Das Material sollte im ausgehärteten Zustand bearbeitbar sein wie Holz und das Vorbohren und Einbringen von Schrauben erlauben, um z. B. Beschläge neu befestigen zu können.

Im Schreinerhandwerk haben sich Spachtelmassen auf 2K-Polyurethan (Ponal Duo)-, 1K- oder 2K-Polyester- oder 2K-Epoxidharzbasis für solche Arbeiten durchgesetzt. Vor allem bei den oft sehr günstigen 1K-Polyesterspachtelmassen sind die elastischen Eigenschaften häufig jedoch nicht gegeben. Idealerweise ermöglicht es die verwendete Spachtelmasse nicht nur zu spachteln, sondern auch hochwertige Verklebungen durchzuführen. Oft sind bei Sanierungen beide Eigenschaften am gleichen Objekt gefragt.

Instandsetzung von Holzfenstern

1.

Die Ursache des Substanzverlustes ist zu erkennen und im Anschluss an die Sanierung zu beseitigen: z. B. mangelhafte oder falsche Abdichtung der Fassadenkonstruktion oder undichte Fugen.

2.

Sanierungen an Hölzern, die konstruktive (statische) Aufgaben übernehmen, sind im Vorfeld kritisch zu betrachten und gegebenenfalls vom Statiker und/oder Ingenieur zu prüfen.

3.

Verwittertes, zu weiches und geschädigtes Holz ist bis auf das gesunde Holz zu entfernen.

4.

Die Holzfeuchte ist zu prüfen (maximal 15 %).

5.

Die zu reparierenden Stellen müssen frei von Fett, Staub, hochstehenden Fasern und anderen trennenden Subtanzen sein.  

6.

Größere Fehlstellen können durch das Einkleben und Einspachteln geeigneter Passstücke ersetzt werden.

7.

Fehlerhafte Farbanstriche sind bis auf das gesunde Holz zu entfernen und dann erst neu zu beschichten.

8.

Deckende Farbbeschichtungen können aufgebracht werden. Den Aufbau des Farbanstriches bitte mit dem Hersteller abklären.

9.

Vor der Verwendung die Eignung der Spachtelmasse für die jeweilige Anwendung und den speziellen Einsatzzweck klären und die Technischen Merkblätter des Herstellers beachten.

Problemstellungen und Lösungsansätze

Offene Zeit

Das deutliche Verringern der ausgelobten Offenen Zeit bei Wärme, Trockenheit und Luftzug wird nicht beachtet. Die Offene Zeit kann sich bei entsprechenden Umgebungsbedingungen um bis zu 70 % reduzieren.

Pressdruck

Nicht ausreichender und/oder ungleichmässiger Pressdruck führt zu Fehlverleimungen. Zu wenig Zwingen, zu dünne Zulagen (die den Pressdruck nicht übertragen), die Furnier-Presse nicht gleichmäßig belegt. Zu hoher Pressdruck bei Hölzern mit niedriger Rohdichte („Weichholz“, wie z. B. Fichte, Tanne).

Presszeit

Zu kurze Presszeit. Bei der Presszeit sind auch die Umgebungsbedingungen (Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, hohe Holzfeuchte) zu berücksichtigen.

Klebstoffauftrag

Fehlstellen beim Auftragen des Klebstofffilms (z. B. verursacht durch schlechtes, abgenutztes oder mangelhaft gereinigtes Auftragsgerät). Ein Indikator für ausreichenden Klebstoffauftrag ist ein moderater Austritt von Klebstoff über die gesamte Fugenlänge.

Verleimbarkeit

Bei jeglichem Zweifel der Verklebbarkeit der gewählten Holzart sind Probeverleimungen vorzunehmen. Dabei ist ein vorheriges Reinigen mit nichtrückfettenden Lösemitteln (z. B. Aceton, Alkohol) unumgänglich. Verdünnungen sind hierbei nicht zu empfehlen. Sollte die Probeverleimung Schwachstellen aufweisen, kann das Ergebnis nur noch durch einen PUR-Leim verbessert werden.

Verfärbung

Holzinhaltsstoffe im Kontakt mit Klebstoffen, Lacken und Werkzeugen können zu Verfärbungen führen. Daher sind im Zweifel Probeverklebungen zu empfehlen. Verfärbungen lassen sich durch sorgfältige Abstimmung von Holzart, Klebstoff und Einsatz des richtigen Werkzeuges vermeiden:

  • Ahorn: Rotverfärbung kann vermieden werden durch den Einsatz von Ponal Classic oder Ponal PUR-Leim.
  • Eiche: Schwarzverfärbung wird ausgeschlossen durch die Vermeidung des Kontaktes mit Eisen (Werkzeuge, Schleifmittel) in Kombination mit Wasser. Daher ist die Verwendung von Ponal PUR-Leim zu empfehlen.
  • Buche: Rotverfärbung kann vermieden werden durch den Einsatz von Ponal Classic oder Ponal PUR-Leim.
  • Kirsche: Rötlich-braune Verfärbung kann durch die Verwendung von Ponal Classic oder Ponal PUR-Leim vermieden werden.